AuditReady
Audit 10 Minuten Lesezeit

Das EN 1090-Überwachungsaudit: Ablauf, Prüfpunkte und Vorbereitung

Das jährliche Überwachungsaudit entscheidet über den Fortbestand Ihrer EN 1090-Zertifizierung. Wer weiss, was geprüft wird, kann sich gezielt vorbereiten — und teure Nachaudits vermeiden.

1. Was ist das Überwachungsaudit und wann findet es statt?

Das Überwachungsaudit (auch: Surveillance Audit, Wiederholungsaudit) ist eine jährliche Prüfung Ihres WPK-Systems durch die notifizierte Stelle. Es ist Bestandteil des Konformitätsnachweisverfahrens System 2+ nach EN 1090-1 und zwingend für den Fortbestand der CE-Kennzeichnung.

Üblich ist eine Ankündigungsfrist von 2-4 Wochen. Manche Zertifizierungsstellen führen auch unangekündigte Audits durch — vor allem nach vorangegangenen Mängeln.

2. Welche Zertifizierungsstellen führen Überwachungsaudits durch?

TÜV SÜD
TÜV Rheinland
DNV
SLV
Metall-Zert
ZDH-Zert

3. Die 8 Hauptprüfpunkte des Überwachungsaudits

1
WPK-Handbuch
Ist das Handbuch vollständig, aktuell und entspricht es EN 1090-1 Abschnitt 6?
2
Schweisskoordinator
Ist eine qualifizierte Schweissaufsicht nach ISO 14731 dokumentiert und anwesend?
3
Schweisserzeugnisse
Sind alle ISO 9606-1 Schweisserzeugnisse gültig (nicht abgelaufen)?
4
WPS-Abdeckung
Decken aktuelle WPS und WPQR alle eingesetzten Verfahren, Werkstoffe und Positionen ab?
5
Materialnachweise
Sind EN 10204 Typ 3.1 Zeugnisse für alle tragenden Werkstoffe archiviert?
6
ZfP-Dokumentation
Sind Prüfplanung und Prüfergebnisse (VT, MT, UT, RT) vollständig dokumentiert?
7
Ausrüstungsnachweise
Kalibrierung und Wartung der Schweissanlagen — aktuell und dokumentiert?
8
Änderungsprotokoll
Wurden wesentliche Änderungen im WPK-System protokolliert und an die notifizierte Stelle gemeldet?

4. Die häufigsten Mangelbefunde

Basierend auf öffentlichen Informationen von Zertifizierungsstellen sind die häufigsten Mängel bei EN 1090-Überwachungsaudits:

  • Abgelaufene ISO 9606-1 Schweisserzeugnisse (häufigster Befund)
  • WPK-Handbuch nicht aktualisiert (z.B. nach Personalwechsel)
  • WPS-Lücken: Eingesetzte Verfahren ohne gültige WPQR-Deckung
  • Fehlende oder unvollständige Materialnachweise (EN 10204)
  • ZfP-Dokumentation unvollständig oder nicht nachvollziehbar
  • Ausrüstungskalibrierung überfällig

5. Nachaudit: Was passiert bei Mängeln?

Mängel werden nach Schweregrad kategorisiert. Minor-Mängel müssen innerhalb einer gesetzten Frist korrigiert und nachgewiesen werden. Bei Major-Mängeln (z.B. fehlende Schweissaufsicht) wird ein Nachaudit angesetzt. Im schlimmsten Fall — bei mehreren oder kritischen Mängeln — kann das Zertifikat ausgesetzt werden.

6. Checkliste: 4 Wochen vor dem Audit

4-Wochen-Vorbereitung

WPK-Handbuch prüfen: Ist alles aktuell? Schweisskoordinator, Schweisser, WPS-Liste
Alle ISO 9606-1 Zeugnisse kontrollieren: Gibt es abgelaufene?
WPS-Abdeckungscheck: Decken WPQR alle aktuell verwendeten Verfahren ab?
Materialnachweise-Archiv prüfen: Sind alle 3.1-Zeugnisse der letzten 12 Monate auffindbar?
ZfP-Unterlagen zusammenstellen: Sichtprüfungs- und NDT-Protokolle der letzten Aufträge
Ausrüstungskalibrierung prüfen: Kalibrierungsintervalle der Schweissanlagen eingehalten?
Etwaige Änderungen aus dem letzten Jahr dokumentieren und Meldepflicht prüfen
Audit-Paket vorbereiten: Alle Dokumente in strukturierter Reihenfolge bereitstellen

7. Wie AuditReady die Audit-Vorbereitung automatisiert

AuditReady hält das WPK-System ganzjährig aktuell — und generiert das vollständige Audit-Paket auf Knopfdruck. Statt wochenlanger manueller Vorbereitung: Ein Klick, druckfertiges Paket, bereit für TÜV, DNV, SLV oder Metall-Zert. Die Gap-Analyse zeigt kontinuierlich, wo Handlungsbedarf besteht — lange vor dem Audit.